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von Dr. Wilhelm Grote und Manfred Kreuzholz

Der Fredenbaumpark in der Nordstadt ist 68 ha (680 000 qm) groß. Er wird begrenzt vom Dortmund-Ems-Kanal im Westen, von der Lindenhorster-/Münsterstraße im Osten, der Eisenstraße im Norden und der Immermannstraße im Süden. Der Fredenbaumpark hat mit dem Dortmund-Ems-Kanal einen direkten Fahrradanschluss zur Nordsee und mit dem Fahrradweg entlang der Emscher eine durchgehende Verbindung zum Niederrhein.

Der Park ist das Herzstück des zentralen Grünzuges in der Nordstadt, der sich zusammen mit vielen Kleingartenanlagen, kleineren Grün- und Parkflächen und dem Nordfriedhof wie ein grünes Band durch die Stadt bis in die großen Wald-, Acker und Wiesenflächen nördlich von Eving zieht und die Stadt mit dem Münsterland verbindet.

Dieser Park hat Verbindungen zur Naturgeschichte, zur Stadtgeschichte und zur Geschichte der industriellen Entwicklung in dieser Region.

Der Park ist heute 114 Jahre alt, davor aber - vermutlich seit Menschengedenken und davor - war an dieser Stelle Wald, das Erscheinungsbild des Parks ist heute noch geprägt durch eine überwiegend waldartige Gestaltung mit Buchen, Hainbuchen und Eichen. Die Entwicklung der frühen Stadt Dortmund ist beeinflusst von der Nutzung dieses Waldes, der tatsächlich der Stadtwald von Dortmund war, z.B. als Bauholzproduzent.

Der Wald "Westerholz" markierte bis etwa 1835 die nördliche Stadtgrenze zwischen der Stadt Dortmund und der Grafschaft Mark. Neben dem Westerholz lag die Grenzstation an der Chaussee nach Lünen und Münster, der Münsterstraße. Ein Schlagbaum versperrte den Weg nach Süden in die Stadt, hinter dem die Dortmunder "Stadtfreiheit" oder der "Stadtfrieden" begann, so genannt nach den Möglichkeiten persönlicher und wirtschaftlicher Entfaltung. Die Worte Freiheit ("Freden") und Schlagbaum ("Baum") führten zur Einbürgerung des Namens "Fredenbaum" anstelle der Bezeichnung Westerholz.

Erst die Industrialisierung stellt auch im Fredenbaum die Verhältnisse auf den Kopf und die Arbeiterschaft des rasch wachsenden Dortmunder Nordens entdeckt den Fredenbaum als Erholungs- Veranstaltungs- und Versammlungs-gebiet. Dorthin strömen besonders am arbeitsfreien Sonntag die Massen. Seit dem 1. Juni 1881 verkehrt die erste von Pferden gezogene Straßenbahn Dortmunds auf der 2,3 km langen Strecke zwischen dem Steinplatz im Herzen der Nordstadt und der Immermannstraße am Fredenbaum

vergnuegungskalender 1908
Auszug aus Vergnügungskalender von 1908

Am Ostersonntag 1912 wird der Im Festsaal fanden Konzerte von Orchestern, Ringkämpfe, Kriegsausstellungen und politische Veranstaltungen statt, während im Lunapark eine 12 m hohe Wasserrutschbahn, Schießstände sowie eine Gebirgs- und Rodelbahn den Besucher erwarteten. EZu Beginn der 30er Jahre ist diese intensive Nutzung des Fredenbaums aber schon vorbei, nachdem bauliche Mängel an einzelnen Attraktionen und später auch am Fredenbaumsaal festgestellt werden. Am 20. Januar 1940 schließlich, der II. Weltkrieg geht in den sechsten Monat, folgt der Antrag auf den Abbruch fast aller Anlagen. Angeblich sind alle Anlagen baufällig; im "Großen Saal" des Fredenbaums soll ein Teil des Deckenputzes abgefallen sein. Ob in den folgenden Jahren der Abriss erfolgte oder die Bomben des Krieges diese Arbeit verrichteten ist unerheblich. Jedenfalls wird in den Bombennächten des zweiten Weltkrieges, der Dortmund fast völlig zerstörte, auch der Fredenbaumpark schwer getroffen. Noch heute finden sich in den alten Bäumen Bombensplitter.

vergnuegungspark

Nach dem Krieg kommt es zu einer weiteren Schädigung des Parks durch bergbauliche Einflüsse. Bergsenkungen verändern den Grundwasserspiegel und die Bepflanzung des Parks muss darauf eingestellt werden. Schließlich erhält der Fredenbaumpark seinen heutigen Charakter. Eichen- und Buchenmischbestände prägen den Park zusammen mit großen alten Rhododendren-Büschen. Im Zentrum entsteht die Gastronomie mit Biergarten "Schmiedingslust". Zum Besuch laden ferner Kinderspielplätze, Ruder- oder Tretbootfahren auf dem großen Kahn-Teich, eine kultige Minigolf-Anlage, Boule, Beach-Volleyball, eine Joggingstrecke von ca. 3.000 m Länge und breite Asphaltwege zum Inline-Skaten ein. Auch Grillen ist im Fredenbaum-Park an ausgewiesenen Plätzen eine gern genutzte Freizeitmöglichkeit.
Die wesentliche Aufgabe des Fredenbaumparks ist seit Beginn der industriellen Entwicklung bis heute die einer "grünen Lunge" zwischen den hochverdichteten Wohnquartieren der Nordstadt und den angrenzenden Industriegebieten, die durch Staub-filterung und Temperaturausgleich dieses Nebeneinander erträglich hält. Des Weiteren ist der Park im hektischen Treiben der Großstadt ein Ort der Ruhe und Besinnung, aber auch ein Raum für vielfältige Veranstaltungen.

Triathlon im Fredenbaumpark
Triathlon im Fredenbaumpark

Alles in Allem: Besuchen Sie diesen herrlichen Park, der zu jeder Jahreszeit ein anderes, aber immer ein besonderes Bild zeigt und der sich von allen anderen Parks in Dortmund unterscheidet.

Buschwindröschen im Fredenbaumpark
Buschwindröschen im Fredenbaumpark

Und noch eine Bitte: der Freundeskreis Fredenbaumpark e. V. begleitet aktiv seit 19 Jahren die Entwicklung dieser bedeutsamen Grünfläche sowohl was den Schutz, die Pflege und die Entwicklung des Parks betrifft. Auch Sie können durch eine Mitgliedschaft im Freundeskreis mit einem Jahresbeitrag von nur 15 Euro einen wesentlichen Beitrag zur Pflege und zum Erhalt der "Grünen Lunge" der Nordstadt beitragen.

Hier gibt es den Programmfolder Fredenbaumpark 2018 als PDF.


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